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Schneeräumung auf Photovoltaik-Anlagen unnötig? – Neue Erkenntnisse des TEC-Instituts für technische Innovationen

In einer Vergleichsstudie hat das TEC-Institut für technische Innovationen geprüft, welchen Einfluss die Schneeräumung von Photovoltaikanlagen auf deren Stromertrag hat. Das Ergebnis der im Winter 2010/11 durchgeführten Studie ist verblüffend. Auf ein ganzes Betriebsjahr bezogen ist der Ertragsgewinn durch regelmäßige Schneeräumung verschwindend gering. 

Zwar hat der aktuelle Winter – bislang – rekordverdächtig wenig Schnee gebracht hat, doch im Zusammenhang mit Photovoltaikanlagen wird regelmäßig kontrovers diskutiert, ob sich eine Schneeräumung der Module (manuell oder mechanisch) rentiert. Als Einrichtung für Photovoltaikforschung hat sich das TEC-Institut für technische Innovationen dieser Frage angenommen und im Winter 2010/11 einen entsprechenden Vergleichstest durchgeführt.

Vergleichstest an Megawatt-Solarpark
Die Untersuchung wurde an einer 1,24 Megawatt Freiflächenanlage im tschechischen Holysov durchgeführt, die der Photovoltaik-Anbieter Antaris Solar für den Test zur Verfügung stelltet. Zum Vergleich wurden zwei PV-Arrays à 32,4 kWp ausgewählt, die jeweils mit 180 Modulen des Typs ANTARIS ASM 180 belegt, nach Süden ausgerichtet und auch hinsichtlich Neigungswinkel und Wechselrichtern identisch waren. Die Leistungs- und Ertragsdaten beider Arrays konnten separat ausgelesen werden. Im weiteren Vorgehen wurde nun der eine Anlagen-Abschnitt bei Schneefall einmal täglich gereinigt, der andere Abschnitt nicht. Schnee, der nach einer Reinigung gefallen war, wurde erst bei der Räumung am nächsten Tag entfernt.

Überraschendes Ergebnis – Schneeräumung bringt kaum Ertragsgewinn
Der Winter 2010/11 war überdurchschnittlich schneereich und am gewählten Versuchsstandort lag vom 20. November bis zum 25. Januar (68 Tage) Schnee. Das Ergebnis der Vergleichstests fiel dennoch verblüffend aus:
Nur etwa 1,4 Prozent des Jahresertrags wurden durch die regelmäßige Schneeräumung gewonnen.
Diese Zahl ergibt sich aus der Gegenüberstellung der Erträge beider Versuchs-Arrays während der Schneephase und ihrer jeweiligen Jahreserträge. Während der Schneephase trug der geräumte Anlagenabschnitt ca. 3 Prozent zum Jahresertrag dieses Arrays bei. Beim ungeräumten Array machte der Ertrag während der Wintermonate ca. 1,6 Prozent des Jahresertrags aus. Aus diesen Vergleichsdaten ergeben sich die 1,4 Prozent des Gesamtjahresertrags, die durch die Schneereinigung der Module erzielt wurden.

Angesichts dieses Testergebnisses stellt sich also die grundsätzliche Frage, ob sich eine Schneeräumung bei Photovoltaikanlagen überhaupt rechnet, d.h. ob die Reinigungskosten nicht den relativ geringen Mehrertrag übersteigen. Zumal noch ein gewisser Selbstreinigungseffekt hinzukommt, da Schnee durch das eigene Gewicht teils von selbst von den Modulen abrutscht. So werden ganz von selbst Teile der Modulfläche frei und eine Stromproduktion – wenn auch nur im unteren Leistungsbereich – setzt ein. 

Zum TEC-Bericht „Untersuchungen zur Erhöhung des Stromertrages von Photovoltaik-Modulen durch Räumung von Schnee“